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IDD-Verschiebung möglich

Nach Informationen des Bundesverband Finanzdienstleistung AfW ist eine Verschiebung des finalen Umsetzungstermins von Teilen der IDD möglich.
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IDD-Verschiebung möglich

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AfW-Mitgliederinformation – Großer Erfolg für Versicherungsmakler und den AfW: Provisionsgebot und Doppelberatung verhindert, keine Ausnahmen mehr für Direktversicherer

30.06.2017

Liebe AfW-Mitglieder!

Am 30.06.2017 hat der Bundestag nun die Umsetzung der IDD in nationales Recht beschlossen. Dieser Verabschiedung ging ein bisher beispielloses Engagement vieler AfW-Mitglieder voraus für das wir uns gleich am Anfang dieser Mail ganz herzlich bedanken möchten!

Wir haben viele Zuschriften und Berichte von Ihnen erhalten, in denen sie von ihren Besuchen bei Bundestagsabgeordneten berichtet haben. Oftmals war der Tenor: Die Abgeordneten waren nett und interessiert, hatten aber von unserer Branche keine Ahnung. Insofern ist es ein großartiges Ergebnis, dass durch ihre Besuche nun mehr Abgeordnete wissen, was einen Makler ausmacht und dass es den „Makler von der Allianz“ eben nicht gibt. Wir sind gelebter Verbraucherschutz und das müssen wir in Zukunft deutlicher und mit mehr Selbstbewusstsein formulieren!

In den Beiträgen zur ersten Lesung des Gesetzentwurfs im Deutschen Bundestag wurde von allen Rednern erwähnt, dass viele Makler ihre Sorgen geäußert hätten. Das schaffte ein Bewusstsein bei den verantwortlichen Politikern, dass hier was falsch laufen könnte. Und darauf konnten wir als Verband dann perfekt mit unseren Gesprächen, mit dem Schwintowski-Gutachten und mit den Auftritten als Sachverständige in der Politik aufsetzen. Auch heute Nacht bei der zweiten und dritten Lesung wurde unser gemeinsames Engagement nochmals von den Politikern der Union hervorgehoben.

Diese Mischung hat also funktioniert und wir sind sehr froh und stolz auf diesen gemeinsamen Erfolg!

Nun zum Inhalt des Gesetzes:

Wir begrüßen grundsätzlich das Gesetz mit seinen Änderungen, die der Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags auch aufgrund der Sachverständigenanhörung mit AfW-Beteiligung noch in letzter Minute eingebracht hat. So wurde ein massiver Eingriff in die Vergütungsfreiheit und damit auch grundgesetzlich geschützte Gewerbefreiheit von Versicherungsmaklern verhindert. Die Änderungen treten zum wesentlichen Teil zum 23.02.2018 in Kraft.

Der AfW hatte vor allem zwei Punkte kritisiert. Einerseits das Provisionsgebot im Privatkundenbereich. Dieses Gebot beziehungsweise dieses Verbot von alternativen Vergütungsmodellen war nach unserer Ansicht verfassungswidrig, weil es einen massiven und nicht gerechtfertigten Eingriff in die Gewerbefreiheit der Versicherungsmakler darstellt. Der AfW hatte hierzu ein Rechtsgutachten von Professor Schwintowski von der Humboldt Universität Berlin erstellen lassen, dass diese Auffassung nachdrücklich bestätigte. Makler sollten auch weiterhin die Möglichkeit haben, sich für Servicedienstleistungen oder auch die Vermittlung von Nettopolicen oder Beratungsleistungen, die letztlich nicht zum Versicherungsabschluss führen, vom Kunden vergüten zu lassen.

Der andere von uns massiv kritisierte Punkt war die vorgesehene sogenannte Doppelbetreuungspflicht. Diese hätte dazu geführt, dass den Versicherern die gesetzliche Pflicht auferlegt worden wäre, auch Kunden mit bestehender Maklervollmacht zu betreuen oder aber die Versicherungsmakler zu beaufsichtigen. Auch dieser zweite Hauptkritikpunkt von uns konnte verhindert werden.

Weiterhin begrüßen wir, dass es zukünftig keine wettbewerbsverzerrenden Ausnahmen mehr im Onlinevertrieb gibt. Auch dort muss die Beratung der Kunden gewährleistet werden. Direktversicherer hatten bisher die Möglichkeit, ohne Beratung Produkte zu vermitteln, Makler jedoch nicht. Diese Ausnahme für Versicherer im Fernabsatz ist nun im Gesetzesentwurf gestrichen. Der Möglichkeit des Robo-Advice bei wenig beratungsintensiven Produkten im Onlinevertrieb und dem Beratungsverzicht mündiger Bürger verschließt sich der AfW ausdrücklich nicht.

Heute ist also ein guter Tag für die Makler. Nicht nur wegen der so wichtigen Last-Minute-Änderungen, sondern auch weil die Branche hier – mit wenigen Ausnahmen – als Ganzes agiert hat: Makler, Pools und Initiativen wurden aktiv, Unternehmen wie Maxpool, Standard Life und Honorarkonzept haben uns bei der Beauftragung des Gutachtens von Prof. Schwintowski unterstützt und wir konnten intensive Gespräche im Bundestag – auch bei den Sachverständigenanhörungen – führen. Die nächsten Herausforderungen stehen schon vor der Tür. Aber lassen Sie uns diesen Erfolg jetzt erst einmal feiern.

Ihr Vorstand des AfW

Norman Wirth, Frank Rottenbacher, Matthias Wiegel

Der verabschiedete Gesetzestext steht hier zum Download bereit.

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Der Berufsverband unabhängiger Finanzdienstleister. Circa 30.000 Versicherungs- und Kapitalanlagevermittler werden durch seine rund 1.800 Mitgliedsunternehmen repräsentiert. Der AfW ist gefragter Gesprächspartner der Politik im gesamten Bereich der Finanzdienstleistung. Sein Engagement ist Garant dafür, dass die Interessen der unabhängigen Finanzdienstleister in Politik, Wirtschaft und Presse wahrgenommen und berücksichtigt werden.