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Großer Erfolg für Versicherungsmakler: Provisionsgebot und Doppelberatung verhindert, keine Ausnahmen mehr für Direktversicherer

Am 30.06.2017 hat der Bundestag die Umsetzung der IDD in nationales Recht beschlossen.
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Großer Erfolg für Versicherungsmakler: Provisionsgebot und Doppelberatung verhindert, keine Ausnahmen mehr für Direktversicherer

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04.04.2012 – Neuordnung der Finanzberatung endgültig beschlossen

Am 30.03.2012 hat der Bundesrat die Finanzanlagenvermittlerverordnung
(FinVermV) mit wenigen Änderungen gebilligt. Flickenteppich bei
der Erlaubniserteilung befürchtet.

Ab 2013 wird die Finanzvermittlung in Deutschland neu reguliert. Mit der Zustimmung des Bundesrates
zur FinVermV ist das zweite und letzte Gesetzeswerk zur Neuordnung der Finanzberatung verabschiedet
worden.

Änderungen wurden nur noch bei Details vorgenommen:
1. So kann die IHK-Sachkundeprüfung nun beliebig oft wiederholt werden. Damit ist nun eine zur
Versicherungsvermittlung identische Regelung getroffen worden, wofür der AfW stets eingetreten
ist.
2. Abgelehnt wurde hingegen eine verpflichtende Lehrgangsteilnahme. Ohne einen 200 Stunden
Lehrgang hätten sich Vermittler nach diesem Vorschlag nicht zur IHK-Prüfung anmelden können.
Diese Regelung wurde im Vorfeld der Abstimmung vom AfW scharf kritisiert. Insofern wird der
Wegfall nun begrüßt.
3. Die freiwillige und privatrechtliche Prüfung „Bausparen und Investment BWV/DVA“ wird nun doch
nicht als Sachkunde anerkannt.
4. Die ersten IHK-Prüfungen zur neuen Sachkunde „Finanzanlagenfachmann (IHK) können bereits ab
01.11.2012 abgelegt werden. Somit ist es möglich, neue Vertriebspartner auch über den Jahreswechsel
2012/2013 nahtlos anbinden zu können.

„Der AfW hatte sich stets für die gewerberechtliche Regulierung und somit dafür eingesetzt, dass Finanzdienstleister
unabhängig bleiben können. “, so AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. „Wir begrüßen daher
grundsätzlich die Regulierung und erwarten einen Professionalitätsschub für die gesamte Branche“ so
Rottenbacher weiter.

Der weitere Zeitplan gestaltet sich somit wie folgt:
1. 01.11.2012: IHK-Sachkundeprüfung „Finanzanlagenfachmann (IHK) kann erstmals abgelegt werden.
2. 01.01.2013: Regulierung tritt in Kraft. Für Berufseinsteiger gelten alle Anforderungen des §34f GewO
und FinVermV. Für Vermittler, die zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz einer Erlaubnis gem.§34c GewO sind, beginnt eine sechsmonatige „Umtauschfrist“. Wer bis zum 30.06.2013 die Anlageberatung/-
vermittlung gem. §34f GewO beantragt, muss als 34c-Inhaber seine Zuverlässigkeit
und seine geordneten Vermögensverhältnisse nicht erneut nachweisen. Diese werden „anerkannt“.
Aus dem 34c wird aber nur die Anlageberatung/-vermittlung herausgenommen. Die Erlaubnis
zum Vermitteln von Darlehensverträgen und/oder Grundstücken bleibt natürlich unangetastet.
Aber auch für diese Personengruppe gilt: ab dem 01.01.2013 müssen die neuen INformations-,
Beratungs- und Dokumentationspflichten umgesetzt werden.
3. 30.06.2013: Ende der „Umtauschfrist“ für 34c-Inhaber.
4. 31.12.2014: Bis zu diesem Datum können Vermittler noch der zuständigen Stelle ihre Sachkunde
nachweisen.
5. 01.01.2015: Die Regulierung tritt voll in Kraft.

Der AfW bedauert, dass der Gesetzgeber nicht die IHK mit der Erlaubniserteilung beauftragt hat. „Jedes
Bundesland kann leider für sich entscheiden, ob es die Gewerbeämter oder die Kammern damit beauftragt.
Eine zentrale Anlaufstelle für Vermittler wird es also nicht in jedem Bundesland geben“ beschreibt
Rottenbacher die jetzige Situation. „Wir fordern die Länder auf, sich auf die IHKn als Erlaubnisstelle zu
einigen. Das spart Bürokratiekosten für unsere Mitglieder und würde einen regulatorischen Flickenteppich
verhindern“, so Rottenbacher weiter.

Klärungsbedarf sieht der AfW noch bei zahlreichen Detailfragen zur Alten-Hasen-Regelung. „Wir empfehlen
daher allen Betroffenen, nicht vorschnell zu agieren, sondern die weiteren Entwicklungen abzuwarten“,
erläutert Rottenbacher. Der AfW wird sich für seine Mitglieder einsetzen und strebt praxisgerechte
Lösungen an. In diesem Zusammenhang wird der AfW in den kommenden Tagen „FAQs“ zur Alte-Hasen-
Regelung veröffentlichen.

AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V.

Der Berufsverband unabhängiger Finanzdienstleister. Circa 30.000 Versicherungs- und Kapitalanlagevermittler werden durch seine rund 1.800 Mitgliedsunternehmen repräsentiert. Der AfW ist gefragter Gesprächspartner der Politik im gesamten Bereich der Finanzdienstleistung. Sein Engagement ist Garant dafür, dass die Interessen der unabhängigen Finanzdienstleister in Politik, Wirtschaft und Presse wahrgenommen und berücksichtigt werden.