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IDD-Verschiebung möglich

Nach Informationen des Bundesverband Finanzdienstleistung AfW ist eine Verschiebung des finalen Umsetzungstermins von Teilen der IDD möglich.
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IDD-Verschiebung möglich

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Umsatzsteuer auf Servicegebühren?

Oftmals hat man als Versicherungs- oder Finanzdienstleistungsvermittler mit der Umsatzsteuer nicht viel zu tun – Vermittlungstätigkeiten sind meist umsatzsteuerfrei. Bei Serviceentgelten kann jedoch Umsatzsteuer anfallen. Wie grenzt man das ab?

Der erste Schritt – die Kleinunternehmergrenze geht weiter als man denkt
Bei der Frage ob umsatzsteuerpflichtig oder umsatzsteuerfrei muss man zuerst schauen, ob man überhaupt am Umsatzsteuerverfahren von Gesetz wegen teilnimmt. Man muss man zuerst die so genannte Kleinunternehmergrenze prüfen. Diese Grenze geht weiter als man auf den ersten Blick annimmt. Zuerst schaut man in das Vorjahr. Lagen die relevanten Umsätze oberhalb von 17.500 EUR?

Wichtig: Die relevanten Umsätze sind gesetzlich definiert – es sind nicht die gesamten Umsätze! Es fallen nämlich beispielsweise die Provisionen aus Versicherungsvermittlung oder auch aus Untervermietung von Büroflächen heraus; diese zählen nicht in die 17.500 EUR herein.

Oftmals reicht in der Praxis folgende Berechnung:
Gesamte Umsätze und Einnahmen des Vorjahres
./. Provisionen aus dem Versicherungsgeschäft
./. Provisionen aus Bauspargeschäft
./. Provisionen aus Vermittlung von Krediten (wenn reines Nebengeschäft)
./. Einnahmen aus der Untervermietung von Büroflächen
./. Einnahmen aus umsatzsteuerfreier Dozenten- und Prüfertätigkeit
./. Zinseinnahmen
./. Einnahmen aus dem Verkauf von Anlagevermögen
= maßgeblicher Umsatz

Wenn der maßgebliche Umsatz unterhalb von 17.500 EUR bleibt, hat man es fast geschafft: Nun noch die Prognose für das laufende Jahr. Bleibt man voraussichtlich unter 50.000 EUR wenn man seine geplanten Umsätze und Einnahmen nach gleicher Form berechnet?
Bleibt man auch unter dieser Grenze, so ist die Umsatzsteuer im laufenden Jahr kein „Thema“.
Man darf den Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen und muss auch keine an das Finanzamt abführen.

Der zweite Schritt – die Serviceleistung genauer anschauen
Wenn man oberhalb der Kleinunternehmergrenze liegt, dann muss man den zweiten Schritt gehen und sich die Servicegebühr genauer anschauen. Das einzig Relevante im Umsatzsteuerrecht ist: Was muss man tun, damit man die Servicepauschale vom Kunden erhält? Der Bezeichnung des Entgelts und wie es sich berechnet, ist weitgehend egal.

Wenn man das Geld also für die tatsächliche oder versuchte Vermittlung eines bestimmten Vertrags erhält, dann bleibt es umsatzsteuerfrei. Für das Wertpapier- oder Darlehensgeschäft gibt es die Steuerbefreiung ausschließlich für die Vermittlung. Bei Versicherungsvermittlern erstreckt sie sich auch auf andere berufstypische Tätigkeiten, zum Beispiel die Schadensabwicklung. Hierzu gibt es aber leider wenige Urteile, auf die man sich stützen kann.
In anderen Fällen muss man mit der Umsatzsteuerpflicht, also 19% rechnen.

Vorsicht übrigens bei Leistungspaketen: Sind hier steuerpflichtige und -freie Komponenten enthalten und kann man diese nicht eindeutig trennen, dann wird alles steuerpflichtig.
Wichtig ist, dass für den Kunden eindeutig abgrenzbare Leistungen, am besten mit einem gesonderten Preis ersichtlich sind. Das muss sich aus der vertraglichen Vereinbarung mit dem Kunden und am besten auch aus der Rechnung ergeben.

AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V.

Der Berufsverband unabhängiger Finanzdienstleister. Circa 30.000 Versicherungs- und Kapitalanlagevermittler werden durch seine rund 1.800 Mitgliedsunternehmen repräsentiert. Der AfW ist gefragter Gesprächspartner der Politik im gesamten Bereich der Finanzdienstleistung. Sein Engagement ist Garant dafür, dass die Interessen der unabhängigen Finanzdienstleister in Politik, Wirtschaft und Presse wahrgenommen und berücksichtigt werden.